Prolog


Die Wahrheit schmeckt nach Marzipan

Anni E. Lindner 


Im Andenken an meine Freundin Lisann, die das neue Abenteuer schon begonnen hat.

Prolog

Der Tod. Er schwebt über meinem Leben, dunkel und bedrohlich. Ich weiß nicht, wann er das nächste Mal zuschlägt. Ich habe versucht, ihn zu verdrängen, aber er lässt sich nicht ausklammern. Er kommt, wann er will, und ich kann mich nicht wehren. Ich liege im Bett und stelle mir vor, wie er ist. Gefährlich leise, wie ein Raubtier. Er beobachtet, schleicht sich an, lauert. Und springt. Schlägt seine Krallen in mein Fleisch und drückt mir die Luft ab. Ich höre ihn höhnisch lachen, während das Leben aus mir weicht. Ausgelöscht. Dieser Tod lässt mich zittern, schlottern vor Angst, verkrampft mir den Magen.
Aber manchmal träume ich, dass er anders ist.
Es ist nur ein eine ferne Ahnung, ein Gefühl, dass es ihn nicht wirklich gibt. Dass er nur eine Tür ist, und hinter dieser Tür funkeln bunte Farben, wilder und wärmer als das Leben. Und dann ist da einer, der auf mich wartet. Er steht in der Tür und lächelt. Ich weiß, er wird mich umarmen, wenn ich komme.
Und vielleicht, vielleicht ist das die Wahrheit. Aber wer weiß das schon.  

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